Möglich gemacht durch den Wandel vom Jäger&Sammler zum Bauern.

(Ausschnitt aus “Sapiens: Die Falle” von Y. Harari)

  • Sibbo@sopuli.xyz
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    19 days ago

    Irgendein Soziologe hat mal gesagt, dass Krieg eine große gesellschaftliche Errungenschaft ist. Also Krieg ist natürlich schrecklich, aber wohl besser als das, was die Menschen in der Vorzeit hatten.

    • 5ibelius9insterberg@feddit.org
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      18 days ago

      Naja, wenn sich extra dafür ausgebildete Leute auf einem Feld treffen um sich für die Interessen ihrer Herren den Schädel einzuschlagen, anstatt sich wegen jeder Familienstreitigkeit gegenseitig zu ermorden, mag man das als Fortschritt verstehen. Ich vermute aber so einen „sauberen Krieg“ hat es nur selten bis gar nicht gegeben.

      • luciferofastora@feddit.org
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        18 days ago

        Eine Armee, die sich zum Schädel-Einschlagen irgendwo mit gegnerischen Schädelschlägern treffen will, braucht Nahrung. Je mehr Nahrung sie mit sich führen will, desto mehr Wägen bräuchte sie, also auch mehr Zugtiere und Wagenfahrer, die ja ihrerseits auch Nahrung brauchen, also noch mehr Wägen…

        Die einzige realistische Option ist also, die Nahrung unterwegs aufzugreifen. Idealerweise würden die Bauern entlang ihrer Route freiwillig von ihren Vorräten abgeben, aber wer eh selten viel Überschuss hat, wird verständlicherweise eher ungern hergeben, was er noch hat.

        Ein ausreichend wohlhabender Feldherr kann vielleicht Geld anbieten, aber was bringt das den Bauern, wenn sie Hunger haben und es rundum wenig übrige Nahrung zu kaufen gibt (weil gerade eine Armee durchgezogen ist)? Also bleibt nur noch eine Möglichkeit, Unwillige von ihrem Besitz zu trennen. Und wenn man schon dabei ist, sich Dinge mit Gewalt zu nehmen, warum bei Nahrung halt machen?

        Sprich: Selbst die “ordentlichste” Kriegsführung brachte nahezu unweigerlich schreckliches Leid für Zivilisten.

        Umso schlimmer ist, dass bei Völkern ohne einen umfassenden Verwaltungsapparat (zum Beispiel bei vielen Adeligen im europäischen Mittelalter) die meisten Feldherren keine großen Armeen professioneller Soldaten unterhalten konnten, weil sie weder Mittel noch Organisation dafür hatten. Stattdessen hatten sie verschiedene Mechanismen, einen Teil des Bauernvolkes ebenfalls zum Kriegsdienst zu rufen (hierzu eine interessante Blog-Serie: Pre-Modern Armies for Worldbuilders). Sprich: das waren nicht mal nur ausgebildete Leute, sondern oft einfaches Volk, das “für Vaterland und König” in den Krieg gezogen ist.

        Geregelte Berufssoldaten gab es z.B. im römischen Kaiserreich, und später in der Moderne, aber ich würde weder die Massaker Roms noch die schiere Zerstörungskraft der Moderne als “sauberen Krieg” betrachten. Ich denke, über die Konflikte und “Kriegsverbrechen” der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit brauche ich hier gar nicht reden. Das logistische Problem der Verpflegung haben wir vielleicht gelöst, aber die übrigen Begleiterscheinungen des Plünderns haben sich auch ohne Not gut gehalten.

        Kurzum:

        Ich vermute aber so einen „sauberen Krieg“ hat es nur selten bis gar nicht gegeben.

        Sehe ich genauso.

    • Mercury@lemmy.worldOP
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      18 days ago

      Das kenne ich so nicht - es gibt schon die Meinung, dass Krieg zu Staaten geführt hat (und umgekehrt) und damit für eine gewisse Stabilität gesorgt hat. Zu sagen damit hätte der Krieg etwas verbessert ist aber IMHO zu weit ausgeholt.

      Als der Mensch noch Jäger und Sammler war konnte er ggfs. anderen Gruppen einfach aus dem Weg gehen oder davon laufen - in dem Moment wo er sesshaft wurde war beides keine Option mehr => das ist eine der Kernthesen von Harari und Anderen.