In der Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht meldet sich die Spitze der bayerischen Grünen-Landtagsfraktion mit einem eigenen Vorschlag zu Wort: Fraktionschefin Katharina Schulze und der innenpolitische Sprecher Florian Siekmann sprechen sich für einen verpflichtenden »Freiheitsdienst« für alle aus:
Alle Frauen und Männer sollen irgendwann zwischen 18 und 67 Jahren sechs Monate Dienst tun – entweder Wehrdienst, Dienst im Bevölkerungsschutz, bei Feuerwehr oder Hilfsorganisationen oder sechs Monate Gesellschaftsdienst. Schon abgeleistete Dienste oder bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten sollen angerechnet werden.
»Was kannst du für dein Land tun?«
»Es ist an der Zeit, die Frage zu stellen: Was kannst du für dein Land tun?«, sagte Schulze der Deutschen Presse-Agentur. Die Bedrohungen nähmen zu.
»Damit wir als Gesellschaft robuster werden, unsere Freiheit verteidigen und das Miteinander stärken, braucht es uns alle. Der Freiheitsdienst ist ein Gemeinschaftsprojekt für Deutschland von allen für alle. Durch den Freiheitsdienst verbinden wir Generationen und Milieus, stärken unsere Gesellschaft und verteidigen, was uns wichtig ist.«
Ich finde dieses “was kannst du für dein Land tun” Gelaber eine so bodenlose Frechheit, da finde ich gar keine Worte für.
Nach den tollen Werbespots der Bundesregierung, haben alle jungen Menschen während Corona schon genug für ihr Land getan 🤮
Bevor man mit so frechen Phrasen um sich wirft, sollte man vielleicht auch mal fragen, ob das fucking Land vielleicht auch mal was für den Nachwuchs tun könnte?! Kindergrundsicherung bodenlos verkacken, aber dann “die jungen Leute sollen mal was für ihr Land tun”. Die sitzen in Containern, weil die Schulgebäude verfallen. Frühkindliche Bildung fällt aus wegen Erziehermangel. Schwimmbäder schließen, Vereine schließen, Judendzentren schließen. Außerschulisches Angebot ist ein Privileg reicher Eltern. Klimawandel kickt und niemand tut was. Aber “die sollen mal was für ihr Land tun”. Genau!
Um „unsere“ Freiheit vor wem auch immer zu schützen sollen also junge Menschen ihre Freiheit aufgeben, cool
6 Monate etwas für die Allgemeinheit tun ist jedenfalls viel schlimmer, als wegen seiner Meinung ins Gefängnis zu kommen oder aus einem Fenster zu fallen. /s
Was wäre denn deiner Meinung nach die gerechte Strafe für die Verweigerung des Freiheitsdiensts? Gefängnis oder Fenster?
Wäre halt schön, wenn das nicht in diesem Pseudo-Freiheit-Patrioten-Schmarrn eingepackt würde. Wohin das führt, sehen wir aktuell wieder in den USA.
Es hat aber was mit Freiheit zutun. Da ist nichts mit Pseudo. Geh mal nach Russland und kritisiere die Regierung. Mal schauen wie es dir dann ergeht.
Habe ich nicht gesagt
Leute die ihren Freiheitsdienst auf der Baustelle verbringen sind dann Freimaurer.
Ich wäre ja für Dreher und Fräser, dann kann ich endlich mal richtig freidrehen!
Ich hätte nicht allzu viel gehabt gegen 6 Monate bei der Feuerwehr oder beim THW.
Ein Problem mit dem Konzept ist aber sicherlich, dass geneu all die zur Armee rennen, die man dort nicht oder höchstens zum geringen Anteil haben möchte.
Grundausbildung beim THW sind allein um die 6 Monate. Ist ja gut, wenn mehr Leute mal mit Katastrophen- und Zivilschutz in Kontakt kommen, aber wenn man Pech hat, bekommen die ihre Uniform wenn die Dienstzeit zu Ende ist. Der Dienst ist nicht so zeitintensiv, wir reden hier von ein paar Stunden pro Woche. Man kann das also neben Arbeit/Ausbildung/Studium machen.
Deshalb wäre eine Verpflichtung über ein paar Jahre machbar und aus Sicht der Organisationen sinnvoller. So war es auch zu Zeiten der Wehrpflicht, wo man sich 6 bzw. 4 Jahre verpflichtet hat und dann halt nicht verweigern oder zum Bund gehen musste.
Ich hätte nicht allzu viel gehabt gegen 6 Monate bei der Feuerwehr oder beim THW.
Genau in den Organisationen funktioniert ein so kurzer Dienst aber nicht. Der belastet nur die Organisation mit Kosten für Ausrüstung und Aufwand für Ausbildung von Leuten, die schon wieder weg sind, bevor sie einen Ausbildungsstand erreichen, mit dem man sie gebrauchen kann.
Ein Problem mit dem Konzept ist aber sicherlich, dass geneu all die zur Armee rennen, die man dort nicht oder höchstens zum geringen Anteil haben möchte.
Das ist ja jetzt auch schon so. Bei einem Pflichtdienst ist die Chance größer, dass das auch ein paar andere Leute machen.
Also ganz ehrlich: Mit einem halben Jahr bei der Feuerwehr könnte ich mich sogar anfreunden, auch wenn es wahrscheinlich sehr anstrengend wäre. Aber dann müsste auch dafür gesorgt sein, dass ich in der Zeit weiter meine Rechnungen bezahlen kann. Es hat ja nicht jeder die Rücklagen, um 6 Monate lang ohne Einkommen auszukommen.
Nach nem halben Jahr bei der Feuerwehr kannst du halt immernoch nichts. Auf jeden fall bei der Freiwilligen. Da nützt ein halbes Jahr auch nichts. Und die Berufsfeuerwehr braucht keine Lappen, die da nur sind um nicht an der Waffe dienen zu müssen. Absolut hanebüchen das mit dem halben Jahr bei der Feuerwehr (oder THW)
Hast du echt das Gefühl, dass es keinen Erwerbsersatz geben würde??
Äh … ja? Also es wird dann sowas geben wie den Zivi Sold. Wer nicht bei den Eltern wohnt, hat damit keine Chance.
Wenn du Zivi machst, in der Schweiz, hast du 80% deines normalen Einkommen zu gute (also gleich wie im Militär).
Zusätzlich ist Essen bezahlt.Die meisten haben während des Einsatzes sehr geringe Ausgaben, und kommen generell mit sehr positiver Bilanz auf dem Konto zurück ins real life.
Dachte die Grünen in Deutschland hätten es in diesem Sinne geplant.
Wir sind hier nicht in der Schweiz. In Deutschland gab es zuletzt 350€ oder so im Monat für einen Zivi. An mehr glaube ich frühestens, wenn der Bundestag abgestimmt hat.
Mit einem halben Jahr bei der Feuerwehr könnte ich mich sogar anfreunden, auch wenn es wahrscheinlich sehr anstrengend wäre.
In einem halben Jahr hast Du nicht mal Grundlehrgang. Da kostest Du nur Geld für Ausrüstung und jemand muss dich babysitten, dass Du weder Dich selbst, noch jemand anderen umbringst.
Jep, verstehe ich. Woanders würde man in den 6 Monaten wohl auch nur einfache Arbeiten machen können
Feuerwehr, THW und co. gingen damals schon als Ersatzdienst. Da musste man sich dann aber für fünf Jahre verpflichten wenn ich micht nicht irre. Das ganze war halt nicht vollzeit. Dafür konnte man dann, außer Bereitschaft und ein paar Wochenenden für Ausbildung und Übungen, ein normales Leben nebenbei führen.
Ah cool. Ich bin der Wehrpflicht damals knapp entkommen, deswegen weiß ich da nicht so bescheid.
Fünf Jahre war nur ganz zum Schluss, früher war das deutlich mehr, die Dienstzeit wurde nur mit jeder Verkürzung des Wehrdienstes mit verkürzt.
Ich selbst hab mich damals noch auf 7 Jahre zum Katastrophenschutz verpflichtet, und kenne Leute, die das noch 10 Jahre machen mussten. Das waren aber Alles Leute, die das eh gemacht hätten. Fünf Jahre halte ich auch schon für sehr kurz, denn mit einer so kurzen Dienstzeit wird es grenzwertig schwierig zu realisieren, dass Katastrophenschutzeinheiten, die nur aus Verpflichteten bestehen, sich selbst führen (wir haben damals unsere Führungskräfte gewählt), denn auch wenn es möglich ist, in so kurzer Zeit Jahren die nötigen Führungslehrgänge zu haben, ist es nicht unbedingt sinnvoll, das zu machen, weil da zu oft noch die (sowohl Einsatz- als auch Lebens-) Erfahrung fehlt, die gute Führungskräfte ausmacht.
Die Leute sind ja nicht unbedingt nach Ende ihrer Verpflichtung abgehauen. Momentan läuft es ja auch halbwegs nur mit wirklich freiwilligen, Pflichtfeuerwehren sind eine Seltenheit.
Die Leute sind ja nicht unbedingt nach Ende ihrer Verpflichtung abgehauen.
Da gab es solche und solche. Selbst hab ich vorwiegend die erlebt, die danach geblieben sind, aber das liegt auch daran, dass die ausnahmslos schon vor ihrer Verpflichtung dabei waren. Aber darauf wurde bei mir in der Wehr auch geachtet.
Momentan läuft es ja auch halbwegs nur mit wirklich freiwilligen, Pflichtfeuerwehren sind eine Seltenheit.
Im Moment noch. Die Luft wird aber flächendeckend zunehmend dünn. Und das ist ein gesellschaftliches Problem.
Hm. In einem halben Jahr bei der Feuerwehr hast du vielleicht mal deinen Grundlehrgang durch. Weiß net, ob das die Feuerwehr so derbe weiterbringt. Das könnte hier in 50km Umkreis auch keiner stemmen, wir machen das alle freiwillig in unserer Freizeit.
EDIT: Dafür aber auch, das muss man sagen, mit unserem eigenen Geld und manchmal wenn der Bürgimeister richtig gönnt gibt’s auch ne Suppentasse Gulasch auf Nacken von Gemeinde beim acht Stunden Lehrgang am Samstag.
EDIT: Dafür aber auch, das muss man sagen, mit unserem eigenen Geld und manchmal wenn der Bürgimeister richtig gönnt gibt’s auch ne Suppentasse Gulasch auf Nacken von Gemeinde beim acht Stunden Lehrgang am Samstag.
Hier ist die Verpflegung auf Lehrgängen legendär. Bezahlt vom Kreis, gekocht von Ehrenamtlichen am Standort, an dem der Lehrgang stattfindet. Und auf Landeslehrgängen ist die unironisch so gut, dass Du 1-2 Kilo schwerer nach Hause kommst.
Freu dich und halte den Zustand in Ehren. Und sei lieb zu den Leuten die ihn herstellen 😉
Ne, bringt wahrscheinlich nichts, da hast du recht. Vor allen weil das dann auf einen Schlag ein ganzer Batzen Leute wären, die man bespaßen muss
Also, net falsch verstehen, zu viel Nachwuchs gibt es nicht. Aber bis jemand halbwegs einsetzbar ist, über Wasserversorgung aufbauen und Verkehr regeln hinaus, da stecken dann garantiert fünfzig oder mehr Mannstunden von erfahrenen Feuerwehrleuten drin, wenn ich mal so Zeit für Lehrgänge, Übungen usw. auf Teilnehmer runterbreche. Pro Nachwuchsperson. Das lohnt sich schlicht nur für Leute, die hochmotiviert dazu kommen, richtig Bock haben und danach lange Jahre dabei bleiben. Und das kostenlos machen, natürlich, keine Gemeinde kann sich die erbrachten Mannstunden in der FFW auch nur ansatzweise leisten, das “zahlen” die Familien und teilweise entspannte Chefs.
Genau so ist das.
Leider sind in dieser Gesellschaft sehr Viele inzwischen absolut geldgeil und können sich nicht mehr vorstellen, eine gesellschaftlich wichtige Tätigkeit dauerhaft unentgeltlich auszuüben. Ein falsch aufgestellter Pflichtdienst würde nur haufenweise unmotivierte Deppen mit unerträglichem Anspruchsdenken in die Organisationen spülen, die dann für teuer Geld ausgerüstet und mit viel Zeitaufwand bespaßt werden müssen, nur dass sie wieder auf nimmerwiedersehen verschwunden sind, bevor sie auf einen Ausbildungsstand kommen, wo man sie für irgendwas Sinnvolles brauchen könnte.
Leider sind in dieser Gesellschaft sehr Viele inzwischen absolut geldgeil und können sich nicht mehr vorstellen, eine gesellschaftlich wichtige Tätigkeit dauerhaft unentgeltlich auszuüben.
Sollte der Satz nicht eher lauten: “Leider kann sich die Gesellschaft nicht mehr vorstellen, Menschen, die unter erheblichem Zeitaufwand dauerhaft eine gesellschaftlich wichtige Tätigkeit ausüben, dafür entsprechend zu entlohnen”?
In einer Gesellschaft, in der auch wirklich alle Aspekte, auch solche gesellschaftlicher und/oder mitmenschlicher Verantwortung, nur noch von Geld getrieben werden, will ich nicht leben. Vielen Dank auch.
Aha. Also die Arbeiterklasse soll unentgeltlich ihre Kraft, Zeit und weitere Ressourcen zur Verfügung stellen, während die besitzende Klasse auf gehorteten Geld- und Ressourcenbergen sitzt, und dem Arbeiter, der nach Lohn fragt, vorwirft er sei “geldgeil”.
keine Gemeinde kann sich die erbrachten Mannstunden in der FFW auch nur ansatzweise leisten
Solche Sätze lassen mich verzweifeln. “Polizei”, “Feuerwehr”, “Militär” sind doch so ungefähr die ersten drei Dinge, an die man denkt, wenn man nach den absoluten Kernaufgaben eines Staates gefragt wird.
Denk’ weniger Feuerwehr sondern Katastrophenschutz im allgemeinen und denk weniger aktives Personal sondern Reserve. “Nur Grundlehrgang” über den bist du als Einsatzleiter ganz schnell sehr glücklich wenn mal wieder ein Hochwasser ist und du unzählbar viele hast die sich freiwillig melden, die du aber nicht einsetzen kannst weil sie noch nicht mal die Organisationsstrukturen kennen.
Außerdem wird so der freiwillige aktive Nachwuchs für die ganzen Organisationen sichergestellt: In der Vergangenheit ist man als Verweigerer da aufgelaufen, es hat einem gefallen, dann ist man geblieben. Seit der Aussetzung der Wehrpflicht fehlen diese Leute.
Praktisch verwertbare Kenntnisse, die in einem sinnvollen Maß über das hinausgehen, was man als Einsatzleiter von Passanten bekommt, die man sich auf der Straße einsammelt und zur Hilfeleistung verpflichtet, (darf man in den meisten Bundesländern) bekommt man durch eine so kurze Ausbildung ohne regelmäßige Übung danach nicht. Der Aufwand, den Leuten in 6 Monaten überhaupt was Sinnvolles beizubringen, ist immens und würde von Ehrenamtlichen gestemmt werden müssen,den Dienstverpflichteten müsste außerdem dafür ggf. persönliche Schutzausrüstung gestellt werden, die nicht gerade wenig Geld kostet. Auch wenn man die wiederverwendet, braucht die Platz und muss verwaltet und gereinigt werden (Die eigenen Einsatzklamotten zuhause in der privaten Waschmaschine waschen macht man heute nicht mehr, aus Gründen der Kontaminationsverschleppung). Außerdem passen nicht alle Größen Allen und es gehen bei Benutzung Sachen kaputt.
Beim von Dir angesprochenen Hochwasser braucht man viele Leute, die Sandsäcke füllen oder schleppen, oder hinterher beim Aufräumen Leute, die die Straße kehren. Was die mitbringen müssen, sind 2 Hände und 2 Füße. Die Tätigkeiten selbst kann ein dressierter Affe, das bringt man zufällig auf der Straße aufgegriffenen Passanten in 5 Minuten bei, wenn die das (im Fall von Straße Kehren) nicht schon können. Kenntnis der Organisationsstrukturen ist dafür ungefähr so nützlich, wie ein Geschwür am Arsch, die Leute müssen nur ihren konkreten Ansprechpartner für den Einsatz kennen. Und der ist meistens daran zu erkennen, dass er so einen komischen Hut auf und eine bunte Warnweste an hat.
Ich hab ca. null plan von dem was die Feuerwehr so an Qualifikationen macht aber du kannst mir nicht erzählen dass man Leute die zu wenig mehr als Schlauch ausrollen nicht zu gebrauchen sind nicht gebrauchen kann: Denn dann müssen die die sich mit Feuer auskennen, den Angriff machen, eben nicht Schläuche rollen.
Im Sanitätsdienst willste nicht nen RettSan damit beschäftigen Pflaster zu kleben oder auf einen Schockpatienten aufzupassen, die haben dringenderes zu tun. Irgendjemandem von der Straße kannste aber auch nicht nehmen ansonsten hast du gerne gleich zwei Schockpatienten. Deshalb ist bei uns jeder Sanitätshelfer und das passt in sechs Monate locker rein, incl. Übungen und auch Einsatzerfahrung. Nicht im Rettungsdienst sondern auf Messen, Konzerten, usw.
Frag’ mal eher in die Richtung “Wenn wir jemanden hier für sechs Monate haben, was können wir ihm beibringen damit er im Katastrophenfall nützlich ist”. Nicht “Der muss alles verstehen” oder “Der kann Sandsäcke tragen” sondern “der kann den aktiven, richtig ausgebildeten, den Rücken frei halten”. Und vieleicht gibt’s sowas bei den Brandis nicht. Is kein Ding, dann nehmen wir die Leute.
Das Problem, das ich da sehe, ist hauptsächlich das eh schon knappe Lehrgangsangebot und die Kosten für die persönliche Schutzausrüstung.
Eine so kurze Dienstzeit wie ein halbes Jahr kann keine Organisation personell und finanziell auf Dauer stemmen. Die unteren Lehrgänge in der (freiwilligen) Feuerwehr werden überwiegend auf Kreisebene (teilweise sogar auf kommunaler Ebene) durch ehrenamtliche Ausbilder ausgebildet, die im besten Fall eine kleine Aufwandsentschädigung bekommen, um ihre Fahrtkosten zu decken. Die genauen Details sind von Bundesland zu Bundesland verschieden, hab da nur direkte Erfahrungen in meinem Bundesland (Hessen).
Die formale Ausbildung ist in der FwDV 2 bundesweit geregelt.
Die eigentliche Grundausbildung besteht aus 2 Teilen:
- Dem Grundlehrgang von 70 Stunden (auf kommunaler und Kreisebene in der Regel als Wochenendlehrgang von 5 Wochenenden, auf Landesebene 2 Wochen am Stück, aber die sind, seitdem es das FSJ gibt, für Normalsterbliche, die evtl. terminliche Probleme mit dem Wochenendlehrgang haben, nicht mehr zu kriegen. Vereinzelt werden inzwischen auch auf Kreisebene Vollzeitlehrgänge angeboten, das steht und fällt aber mit der Verügbarkeit der ehrenamtlichen Ausbilder) Voraussetzung für den Grundlehrgang: ein 16-stündiger Erste-Hilfe-Kurs, den es dank gesetzlicher Änderungen in anderen Bereichen (Führerschein) praktisch nicht mehr gibt. In meinem Landkreis wurde der inzwischen in den Grundlehrgang integriert, weil er sonst nicht mehr zu kriegen war.
- 80 Stunden Standortausbildung innerhalb eines Jahres. (Ausgebildet durch die ehrenamtlichen Führungskräfte vor Ort)
Bei mir im Landkreis normalisiert sich das Lehrgangsangebot nach Corona jetzt endlich mal (4 Grundlehrgänge je 32 Teilnehmern im Jahr), aber bis der Rückstand abgearbeitet ist, wird noch dauern. (2020 und 2021 war bis auf wenige Ausnahmen faktisch Lehrgangs- und Übungsverbot, danach sind die Lehrgänge erst sehr schleppend wieder angelaufen)
Natürlich kann man Leuten in weniger Zeit beibringen, wie man einen Schlauch ausrollt, aber sogar bis man das vernünftig kann, braucht es Zeit und wenn man das nicht regelmäßig übt, verlernt man das auch wieder. So vermeintliche Kleinigkeiten wie den Schlauch windungsfrei ausrollen, sind tatsächlich sicherheitsrelevant, denn an einem in die falsche Richtung verdrehten Schlauch können sich die Kupplungen lösen, wenn Druck draufkommt und sich infolgedessen die Windungen rausdrehen. Wenn man die Kupplung dann an das falsche Körperteil kriegt, gibt das im besten Fall blaue Flecken und schlechte Laune beim direkt Betroffenen und der armen Sau, die dann kein Wasser bekommt, im schlimmsten Fall ist ist der Rettungsdienst gefragt. Bei den in der Feuerwehr üblichen Drücken wirken da schon erhebliche Kräfte. Eine weitere vermeintlich harmlose aber potenziell lebensgefährliche Tätigkeit, bei der man zudem noch ganz leicht nicht unerheblichen Sachschaden anrichten kann, ist Unterflurhydranten anzapfen. Wenn man das Standrohr falsch setzt, hebt das beim Aufdrehen gerne mal ab. Sehr schlecht, wenn man da im Weg steht. (auch wenn es nach dem Abheben wieder runterkommt) Außerdem kann man, wenn man das Teil falsch spült, (trotz inzwischen vorgeschriebener Ausrüstung zum Trinkwasserschutz) Dreck ins Wasserleitungsnetz drücken. Der Wasserversorger freut sich.
Bei uns sind die Ausbilder auch sehr überwiegend ehrenamtlich, insofern könnte man ganz schnell ganz viel Kapazität haben wenn man da Vollzeitstellen finanziert. Persönliche Ausrüstung ist bei uns Stiefel und Rotjacke, Hose, Pulli, und Poloshirt gibt’s auch noch dazu, das hält sich sehr in Grenzen.
Geld wird das ganze schon kosten, is schon klar. Wenn sechs Monate bei der Feuerwehr keinen Sinn machen dann könnte man z.B. ja auch bei euch eine längere Mindestzeit haben, wer das nicht will der geht halt woanders hin. Bundeswehr wird sicherlich auch niemanden für nur sechs Monate wollen.
Alle Frauen und Männer sollen irgendwann zwischen 18 und 67 Jahren sechs Monate Dienst tun – entweder Wehrdienst, Dienst im Bevölkerungsschutz, bei Feuerwehr oder Hilfsorganisationen oder sechs Monate Gesellschaftsdienst. Schon abgeleistete Dienste oder bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten sollen angerechnet werden.
Finde ich gut im Ansatz. Vorallem, weil es auch ältere Bevölkerungsschichten bis 67 Jahren mit einschließt.
Ja, vor allem fair auch gegenüber denen, die wie ich nach der Wehrpflicht aus der Schule kamen. Nachholen für alle oder gar nicht, das sind die einzigen fairen Methoden finde ich.
67 ist zu alt. Die haben doch alle schon Rücken. Würde sagen, höchstens 50, vielleicht 45. Darüber darf man freiwillig einen Grundkurs mit Waffen, Notversorgung und Funkgerät usw. machen, wenn man glaubt nicht direkt einen Herzanfall zu bekommen. Dann können die alten Knacker im Verteidigungsfall wenigstens an der Front im Gebüsch liegen und ein Paar Angreifer ausknipsen, bevor sie aus Erschöpfung den Löffel abgeben. Vielleicht kann man ja damit das Leben des einen oder anderen jungen Menschen retten.
@lurch @WhereAngelsFearToFly
Die können auch noch Geschichten im Kindergarten vorlesen ect.Außerdem durften die Männer fast alle ihren Dienst schon geleistet haben. (z.b. wehrpflicht). Ich würde für Frauen in dem Alter evtl auch noch die Erziehungszeit anrechnen.
Aber du hast natürlich Recht, an Details muss man nicht arbeiten
6 Monate Dienst in einer Hilfsorganisation sind kontraproduktiv. Die Organisationen sind um ehrenamtliochen Dienst herum strukturiert, in 6 Monaten lernt man da nicht genug, um wirklich hilfreich zu sein, kostet aber trotzdem Geld für Ausrüstung und Ausbildung. So ein kurzzeitiger Dienst schadet den Organisationen mehr, als er nützt.
Dann können wir Praktikanten, Ferienjobler und tlw. Werkstudenten im Grunde auch abschaffen? 🤷🏻♂️
Meiner Erfahrung nach gibt es in jeder Organisation Jobs, bei denen fachfremdes Personal gut unterstützen kann, auch wenn ein gewisses Grundkapital an Einarbeitungsaufwand geleistet werden muss.
Und man darf auch nicht vergessen, dass den Menschen so der Beruf und die Wichtigkeit des selbigen nähergebracht wird (idealerweise). Dieses Potential sollte man nicht unterschätzen.
Und man darf auch nicht vergessen, dass den Menschen so der Beruf und die Wichtigkeit des selbigen nähergebracht wird (idealerweise).
Wahrscheinlich hast Du das überlesen, in der Regel ist das kein Beruf:
Die Organisationen sind um ehrenamtlichen Dienst herum strukturiert
Ein Großteil der Ausbildung wird auch durch ehrenamtliches Personal durchgeführt. Es gibt jetzt schon praktisch überall ein knappes Lehrgangsangebot, obwohldie Personalentwicklung und damit die Teilnehmerzahl in den meisten Organisationen rückläufig ist. Im Moment sind da teilweise immer noch Rückstände aus der Corona-Zeit aufzuarbeiten. Wärenddessen hatten nämlich vielerorts die Organisationen Übungsverbot und Lehrgangsstopp, eigentlich, um sie vor den Auswirkungen der Pandemie zu schützen und einsatzfähig zu halten, die mittel- bis langfristige Wirkung dieser Maßnahme war halt genau gegenteilig.
Beruf, Ehrenamt, eine andere Ausprägung - von mir aus. Aber ist es wirklich so weit hergeholt, dass jemand, der - sagen wir - bei der Feuerwehr mit anpackt, sich hinterher so begeistert fühlt, dass er über diesen “Dienst” hinweg dabei bleibt? Und wäre das keine gute Entwicklung? 🤷🏻♂️
Und ja, mag sein, dass man hierfür weitere Ressourcen und Geld bereitstellen muss, bevor so ein Mechanismus funktionieren kann. Dass das alles im Detail noch zu klären ist, auch klar. Deswegen habe ich ja auch geschrieben, dass ich es im Ansatz gut finde. Hast du vielleicht überlesen.
Die Erfahrungen mit Leuten, die den Dienst nur wegen einer Verpflichtung machen, gibt es ja aus der Vergangenheit (vor der Aussetzung der Wehrpflicht gab es ja die Möglichkeit, seinen Ersatzdienst bei einer Katastrophenschutzorganisation zu machen, allerdings war der Dienst langfristiger angelegt (zuerst 10 Jahre, dann mit der Dienstzeitverürzung immer wieder abgekürzt, zuletzt 5 Jahre). Die Leute, die das nur für den Ersatzdienst gemacht haben, waren nach Ende der Dienstzeit zum Großteil wieder weg. Die Leute, die das auch vor ihrer Verpflichtung eh schon gemacht haben und Bock hatten, sind geblieben.
Bei der längeren Dienstzeit hatte man wenigstens was davon, auch wenn die Leute nach ihrem Pflichtdienst wieder weg waren, denn in der Zeit konnten die den einen oder anderen nützlichen Lehrgang machen und waren für Einsätze verfügbar. Ein halbes Jahr Dienstzeit funktioniert nicht. Wenn es ganz dumm läuft, hat man bis dann dank “Lieferkettenproblemen” nicht mal die nötige persönliche Schutzausrüstung für die Leute da.
Ok, ich frag mal anders rum: was wäre dein präferierter Lösungsansatz für das Problem?
Keine pauschale Dienstzeit von einem halben Jahr, sondern, wie in der Vergangenheit, eine auf die Realität der KatS-Organisationen angepasste Dienstzeit. Weniger als 5 Jahre halte ich für die Feuerwehr für überhaupt nicht sinnvoll, auch die zuletzt 5 Jahre Dienstzeit waren da schon grenzwertig, weil es mit einer so kurzen Dienstzeit nicht wirklich praktikabel ist, die Führungskräfte für KatS-Einheiten, die nur aus verpflichtetem Personal bestehen, aus den Einheiten selbst zu wählen, man wäre also für ein vernünftiges Funktionieren der Einheiten auf Ehrenamtliche “von Außen” angewiesen.
Was genau daran findest du gut?
@iamkindasomeone @WhereAngelsFearToFly
Hat er doch geschrieben, bzw. zitiert.
Ich sehe das genauso.Es ist der fairste Vorschlag bisher. Er betrifft alle Geschlechter und einen größtmöglichen Altersbereich. Die Möglichkeiten den Dienst abzuleisten erstrecken sich auf nahezu alle wichtigen Bereiche. Von Infrastruktur über Soziales über Militär, bis zum Ehrenamt. Da sollte sich jeder was aussuchen können das er als sinnvoll und unterstützenswert empfindet.
Ne, das sehe ich grundsätzlich anders. Deswegen die Frage: was ist daran gut, was ist daran fair? Was ist an Zwangsarbeit fair, insbesondere unter dem Framing, man müsse mal was für “sein” Land tun.
@iamkindasomeone
Tja da kommen wir wohl ideologisch nicht zusammen.Du darfst das gerne auch grundsätzlich anders sehen. Ist nur meine Meinung.
Ich finde, wenn es schon einen solchen Pflichtdienst geben soll, (und danach sieht es für mich gerade aus), dann sollten das nicht nur die jüngeren Leute ableisten. Das dürfen gerne alle bis 67 machen, ebenso alle Geschlechter. Kombiniert mit Wahlmöglichkeiten, einer Anrechnung und einer halbwegs vernünftigen zeitlichen Einteilung finde ich das einen guten Ansatz. 🤷🏻♂️
Mal anders gedacht. Ist das nicht einfach eine Vorbereitung auf das Szenario das man davon ausgeht das Russland in Jahren angreift. Das macht doch dann einfach nur Sinn. In diese Position würden wir nach Kriegseintritt eh gelangen. So könnte man die Gesellschaften vorbereiten. Generell wäre ich dagegen aber in der aktuellen Situation?
Also ich finde das eine gute Idee, vor allem unter dem Aspekt, dass man frei wählen kann, wann man diese Zeit ableisten will. So zerschießt sie einem nicht die Lebensplanung und man hat vielleicht am Ende Fachkräfte die mehr Bock haben als der abgefuckte 17 Jährige zivi…
Anstatt zu drangsalieren sollten sich die Grünen vielleicht mal mit dem Thema Jobgarantie beschäftigen.
Die haben aber auch Lust noch weitere Stimmen an die Linke abzugeben. Darf ich bitte selber entscheiden, ob ich freiwillig was machen will?
Ich habe ein FSJ hinter mir und ich muss sagen. Persönlich hat es mir in der Entwicklung und Zusammen arbeit mit anderen geholfen. Ich bin aber such seit Jahren Ehrenamtlich in der Leitung von vers. Jugendgruppen.
Generell ginde ich es gut wenn sich Leute sozial engagieren. Und die Altenpflege und Malteser… könnten gut mehr Fsjler und Bfdler gebrauchen. ABER: Diese Leute sollen es Freiwillig tun, weil wer gezwungen ist und sein teil mit borderline Arbeitsverweigerung tut ist einfach nur Balast. Sie sollten ANREIZE schaffen. z.B. wer in einem Eingetragenen Verein ein Ehrenamt oder FSJ… tut bekommt für die Rente ihrgentwelche Unterstützung, oder sonst ihrentwelche Ausnahmen oder Hilfen. Mir fällt jetzt kein Supertolles Beispiel ein, aber etwas was menschen motiviert für die Gesellschaft etwas zu tun. Und wer nicht will muss nicht, verzichtet aber auf vorteile
Ich hab ein Problem mit der Grunddefinition von “was für die Gesellschaft tun”. Wer entscheidet, was gut für die Gesellschaft ist? Im Gegenzug wird immer von der armen zerbrechlichen Wirtschaft gefaselt, und jeder müsse anpacken und mehr arbeiten, für das Land. Dann heißt es wieder, Leute müssen irgendwas soziales tun, für das Land. Gleichzeitig sind wir als Pöbel doch nicht mehr als Nutzesel, die in einer Gesellschaft leben, mit der viele nicht einverstanden sind. Also was erwartet man denn jetzt? Und mit welcher Begründung? Reicht die Lohnbuckelei nicht aus? Müssen wir jetzt auch noch völlig sinnlos entweder an die Waffe, oder bei der Feuerwehr blöd rumstehen? Wofür? Für die Politik dieses Landes, die unsere Interessen mit Füßen tritt und uns gegenseitig ausspielt? Für das BIP? Oder reicht es nicht, wenn die Leute ihr Leben leben und die, die Bock haben, sich etwas suchen, worin sie aufgehen?
so ist das in der demokratie; die eliten verhandeln offen die modalitäten der ausbeutung und wir dürfen hier auch was schreiben.
Ich glaube, dass wir hier extrem unterscheiden müssen und dass genau diese Unterscheidung wichtig ist: Bei einem verpflichtenden Wehr- oder Zivildienst handelt es sich um eine maximale Freiheitseinschränkung. Im Kern ist das schlicht und einfach Zwangsarbeit, der Staat verpflichtet dich zig Monate deines Lebens dann in einer unfreien Situation zu sein, aus der du so einfach nicht rauskommst.
Das ist fundamental anders als ein FSJ, das ja wirklich freiwillig ist. Natürlich haben auch damals Leute was aus dem Wehrdienst mitgenommen, aber andere haben auch massiv gelitten.
Sehe das genau so. Man kann die ehrenamtliche Zeit einfach als Rentenpunkte oder als Entlastung bei der Steuerklärung geltend machen. Von einem Zwang hat am Ende niemand was.
In 6 Monaten bleibt sowieso keine Zeit, um mehr als rudimentäre Dinge beizubringen. Da verschwendet man am Ende nur die Zeit der Ausbilder und der “Freiwilligen”.
Endete die Debatte fürs FSJ nicht damit, dass die meisten 1 Jahr lang nur sinnlose Arbeiten machen, weil keine Zeit (und logischerweise auch keine Lust) da ist die einzuarbeiten? Wie soll das bei 6 Monaten besser werden?
Im all for: you create the wars, you go fight the wars, you don’t get to drag other people to die for you.
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Darf ich herauslesen, der Klimawandel sei kein Problem deiner Meinung nach?
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So kläre mich auf, wie darf es im Gegenzug gelesen werden? Du empfindest Gendern als zentrales Kernthema unserer Gesellschaft?
Du Waldemar, so ganz ohne jetzt ne inhaltliche Diskussion anfangen zu wollen… Bitte nenn die Grünen doch nicht rot, ojemine. Die sind halt allerhöchstens son bisschen links und ansonsten ne bürgerlich-liberale Partei.
An den Besitzverhältnissen in diesem Land wollen die Bundesgrünen im Grunde nichts wesentlich verändern. Du kannst uns Linke gerne als Kommunisten mit wilden Umverteilungsfantasien, die die Wirtschaft abwürgen usw. beschimpfen, aber die Grünen (oder noch schlimmer: die SPD) wirfst du bitte nicht mit uns in den Topf + da hört für mich der Spaß auf, da geht es an die Ehre.

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Worin besteht denn die Totschlagposition? Sie haben einen Vorschlag gemacht, der in meinen Augen zumindest diskussionswürdig ist.
Erzähl mal, was du für ein echtes Problem hältst.
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Genau, weil die Grünen ja auch so viel übers Gendern reden. Schau dir mal lieber Debatten im Fernsehn oder Bundestag an, die einzige die ständig übers Gendern redet ist die AFD.
Und ja, ich stimme dir zu es ist wirklich bedenklich, dass Klimapolitik nur ein linkes Thema zu sein scheint. Aber naja, der durchschnittliche CDU Wähler ist eh schon tot, wenn der Spaß erst richtig anfängt.
Gendern
Lustig. Du vor vier Tagen: “Ich würde hoffen in einem schlechten Traum zu sein. Ich werde doch nicht zur Transfrau oder sonst was, was mich als Frau aufwachen lässt.”
(Kontext: Antwort auf Post “Ihr werdet morgen Bundeskanzlerin. Welches Gesetz, das nichts kostet, verkündet ihr, um das Leben für möglichst viele besser zu machen?”)Scheint ja ganz so, als wäre ein generisches Femininum gar nicht so generisch. Aber wehe es kritisiert jemand unser geliebtes generische Maskulinum.
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Ich glaube, du hast die Bedeutung von “generisch” noch nicht ganz verstanden. Deine Beispiele sind kein generisches Femininum, sondern einfach Worte, zu denen es (zurzeit) kein Äquivalent mit anderem Genus gibt. Hierzu gerne einfach mal den Anfang des zugehörigen Wikipedia-Artikels lesen. Sofern der Genus es zulässt, kann durchaus auch das generische Femininum verwendet werden, denn das generische Maskulinum ist nichts anderes als einfache Konvention. Dass wir dabei eben nicht auch an Männer denken, ist genau der Punkt in der Debatte um das generische Maskulinum. Sprache schafft immer auch Wirkung und daran ändern sprachliche Regeln nichts, egal welche Intention sie auch haben mögen.
Die Grünen tragen in dieser Debatte imho selten etwas Realitätsnahes und Pragmatisches bei. Dieser Vorschlag hingegen klingt erstmal durchweg positiv und ich würde ihn unterstützen.
Immerhin ein Vorschlag, wo man über die Sinnhaftigkeit von Details der Umsetzung diskutieren kann (Für manche Organisationen ist eine so kurze Dienstzeit maximal kontraproduktiv) und nicht über den Grundgedanken des Vorschlags als solchen.
Wie hoch ist den das Freiheitsdienst-Entgelt? Haben die Grünen da schon Vorstellungen?
Befürchte das wird dann wieder so eine “Stopft mal bitte die Löcher, die die Privatisierung und Austeritätspolitik in die Versorgung gefressen hat mit billiger Arbeit” Kiste, andernfalls wäre das ja auch gar nicht mehrheitsfähig.
Lasse mich aber gerne auch positiv überraschen.
Ich fürchte genau darauf wird es hinauslaufen.
Daran glaube ich nicht. Nach der Schule kannst du Leute vielleicht mit einem Taschengeld abspeisen, aber nicht Leute bis 67. Mal abgesehen, dass es sowieso nicht so kommt wirst du Leuten schwer vermitteln können, dass sie jetzt ein Jahr lang ihr Haus nicht abbezahlen können und es an die Bank geht, obwohl die Rente dafür gereicht hätte.
Du solltest das nochmal lesen!
Die 6 Monate müssen nicht am Stück geleistet werden, Wehrdienst, Ehrenamt usw. kann angerechnet werden, wer gesundheiich nicht kann fällt raus usw. Was glaubst du wie viele alte Menschen da realistischerweise betroffen sind ? 2% ?
Es ist ja nicht so, dass ich es nicht machen würde, aber ich würde sicher nicht meine Wohnung dafür aufgeben.
Ja, ich denk’s mir auch. Warum muss jetzt hier irgend so ein Sonderprogramm her, was alles mögliche an Bürokratie und unvorhergesehener Nebeneffekte mit sich zieht, anstatt dass man mehr Steuern erhebt und Leute einstellt/ausbildet, die die Themen dann Vollzeit angehen? Wenn’s nicht durch unzureichendes Entgelt “finanziert” wird, sehe ich keinen Grund warum man das machen will.












